¡A COMER! - Diarios - Tenerife

¡A comer!

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Wir kamen dieses Jahr am 06. Januar im Süden Teneriffa gegen Abend an und fuhren Richtung Orotava-Tal um unser Ferienhaus zu beziehen. Wir trafen den Hausverwalter in El Sauzal und folgten ihm über Nebenstraßen und Feldwege ein paar Kilometer weit ins Hinterland. Es war ein altes Stein-Bauernhaus zu einem urigen Feriendomizil umgebaut mit Pool und Meerblick. Da wir in der Küche keine Grundausstattung für das Frühstück vorfanden und auch Milch für unsere kleinen Sohn brauchten, baten wir den Hausverwalter um einen Tipp für die nächstgelegene Einkaufsmöglichkeit. Mittlerweile war es dunkel und wir wollten auch gerne noch Essengehen. Mit Bedauern wurde uns mitgeteilt, am 06.01. (Dreikönigstag) hätte alles geschlossen und der Verwalter entschwand in die Nacht. Wir fuhren mit dem Wagen die unbeleuchteten Nebenstraßen am Berg mal nach links mal nach rechts und suchten ein Lokal, um wenigstens heute Abend noch etwas zu essen. Kein Schild, kein Licht, bis wie in einem beleuchteten Hauseingang grünkarierte Tischdecken auf mehreren einfachen Preßspan-Tischen endeckten. Wir gingen hinein und fanden Bewohner des Ortes vor, die speisten. Der Wirt beäugte uns skeptisch und ich gab zu verstehen, dass wir essen und trinken wollten. Leider besteht mein spanischer Wortschatz nur aus annähernd 5 Worten und ich gestikulierte mit mehreren Gracias dazwischen wild umher. Der Wirt spulte die verfügbaren Speisen runter. Ich verstand kein Wort, nickte aber nach jeder Wortpause. Also bekamen wir nacheinander eine goldgelbe Hühnersuppe, köstlichen gegrillten Käse mit Waldbeerenkonfitüre, einen Kichererbseneintopf mit Schweinsfüßchen, ein üppiges Bohnengericht sowie eine sehr gute Reispfanne mit Meeresfrüchten. Der Rotwein kam gekühlt in Limo-Flaschen und wir waren überglücklich, satt und zufrieden. Zum Schluss versuchte ich um einen Liter Milch für die Nachtflasche unseres Sohnes zu bitten, aber der Wirt verstand wohl nicht und verschwand in der Küche. Wenige Minuten später kam ein junges Mädchen in den Raum und trug ein Milchpaket unter dem Arm. Mein Herz hüpfte, als uns dieses an den Tisch gebracht wurde. Die Wirtstochter hatte es extra für uns von zu Hause geholt. Die Rechnung war insgesamt so gering, dass wir gerne ein schönes Trinkgeld geben wollten. Der Wirt ließ dieses nicht zu. Stolz freute er sich über unsere rotweinglühenden Wangen und schüttelte mehrmals unsere Hände. Erst später lernten wir, dass wir in einer „Guachinche“ , der tinerfenischen Variante einer Strausswirtschaft gelandet waren. Und davon gibt es viele im Hinterland. Teneriffa ist nichts für Menschen, die auf ihre Figur achten oder für die Essen Nebensache ist. In welchem Land sonst bietet nahezu jede Tankstellen-Bar hausgemachte 3-Gang-Menüs an? Wer kennt nicht die köstlichen Konditor-Waren in den Auslagen der Bars? Die zuckergussgetränkten Hefezöpfe? Den Kaffee Leche y Leche mit zusätzlich Zucker? Wo sonst bekommt man am Kiosko am Strand hausgemachte Thunfisch-Variationen neben Pulpo Fritto und den anderen Tapas-Köstlichkeiten und nicht Bratwurst/Pommes wie bei uns üblich. Die Entscheidung ob Fisch oder Fleisch ist in Teneriffa einfach. Fisch am Wasser, Fleisch am Berg. Fahre die Strassen in zweiter Reihe und Du wirst am Gasherd von der Oma bekocht. Selbst ohne Spanischkenntnisse versteht sie, dass Du essen willst und bringt das, was sie hat. Wer hat hier nicht schon einmal den Fehler gemacht, für alle Familienmitglieder ein eigenes Gericht zu bestellen? Der Tisch biegt sich unter der Größe der Portionen. Erst danach bemerkt man, dass der Tinerfeno am Nebentisch ein Fisch- oder Fleischgericht, seine Runzelkartoffeln und die Salatplatte unter seinen 3 bis 5 Kindern aufteilt. Wir haben diesen Fehler nicht nur einmal gemacht und dabei Köstlichkeiten wie ein Segreto Iberico kennengelernt. Wir kommen wieder.